Bild: pixabay.com

Baustellenlärm ist oftmals Gegenstand von Gerichtsverhandlungen, wenn es um Reisemängel geht. Oftmals ist es auch kein Problem wegen Baustellenlärm Ersatz zu verlangen. Doch muss man dem Veranstalter den Mangel anzeigen (“rügen”), sonst gibt es keinen Ersatz; auch dann nicht, wenn sich herausstellt, dass der Mangel dem Veranstalter bekannt ist.

Hintergrund: Die Juristen nennen es ein wenig sperrig “Mängelrügeobliegenheit”: Dass man sich durch etwas gestört fühlt, muss man sagen. Denn ob etwas mangelhaft ist, liegt im Auge des Betrachters. Und wenn man etwas als mangelhaft oder untragbar empfindet, muss man dem Vertragspartner die Möglichkeit zur Verbesserung oder Behebung des Mangels geben. Wie überall im Bereich von Leistungsmängeln gilt auch hier: Man darf nicht zuwarten, bis die ordentliche (=”bedungene”) Leistung für den Veranstalter (etwa durch die eigene Abreise) unmöglich wurde, nur um dann Preisreduktion zu verlangen.

Um beim Beispiel zu bleiben: Baustellenlärm stört viele, aber eben nicht alle (Gehörlose etwa nicht). Erlebt man Wirbel im Urlaub? Ohren zu, aber Mund auf!

Hier gehts zur Entscheidung: Deutscher Bundesgerichtshof vom 19.7.2016 X ZR 123/15
Die Österreichische Rechtsauffassung ist deckungsgleich.