Generelle Einreisebestimmungen bzw. Reisehinweise für österreichische Staatsbürger finden Sie hier, für deutsche hier und für schweizerische hier.

Bei der Einreise ist zwischen den polizeilichen und – nennen wir sie einmal sonstigen – Agenden zu unterscheiden. Die chilenischen Beamten agieren meinst professionell, korrekt und freundlich. Aber auf bestimmte Besonderheiten bei der Einreise sollte man vorbereitet sein…

1. Einreisekontrolle durch die Polizei

Bei der Einreise wird an mittlerweile jeder chilenischen Grenzstation (sowohl bei Straßengrenzübergängen als auch an Flughäfen) der Reisepass kontrolliert, gescannt und gestempelt. Dann erhält man einen Ausdruck eines Einreiseformulars (früher war dies der Durchschlag eines vom Reisenden auszufüllenden Formulars, nunmehr ist es ein Thermodruck). Dieses Stückchen Papier, gut erkennbar am Logo “PDI” der ausstellenden Behörde Policía de Investigaciones, ist bis zur Ausreise aufzubewahren. Ansonsten drohen Schwierigkeiten! Man muss sich dann vor der Ausreise bei der Behörde eine Kopie dieses Formulars ausdrucken lassen, was vor allem dann, wenn man am Flughafen Santiago auszureisen gedenkt und aufgrund der langen Wartezeiten ohnehin schon unter Zeitdruck steht, den Puls ein wenig in die Höhe treiben kann. An Landgrenzübergängen ist man oft nicht so strikt. Doch nichtsdestotrotz, bitte das Papierchen aufbewahren. Eine Büroklammer im Pass zur Fixierung kann sich (übrigens nicht nur in Chile) als sehr nützlich erweisen.

2. Einreisekontrolle durch das Landwirtschaftsministerium (!)

Chile fühlt sich als Insel. Durch die Wogen des Meeres und die luftigen Höhen der Anden von anderen Ländern getrennt, wähnt man sich von vielen bösen Einflüssen verschont, die man tunlichst draußen behalten möchte. Daher werden Gegenstände pflanzlichen und tierischen Ursprungs, die man zu importieren gedenkt, genau unter die Lupe genommen. Unlackiertes Holz, triebfähige Knollen, Zwiebeln und Samen, unverpackte Lebensmittel, rohes Obst und Gemüse, etc. dürfen nicht eingeführt werden und werden daher oftmals an der Grenze beschlagnahmt. Vorsicht jedoch auch hier: Der Zoll und die SAG, eine Behörde des chilenischen Landwirtschaftsministeriums, verlangten von Einreisenden jeder Nation das Ausfüllen einer Zollerklärung, auf der eine Frage als besonders wichtig zu erwähnen ist: Diejenige nach tierischen oder pflanzlichen Produkten.

Ausnahmslos alle Gegenstände pflanzlichen und tierischen Ursprungs (wie Dosenfisch, Schokolade, Likör, etc.) sind dabei zu deklarieren, auch wenn sie dann eingeführt werden dürfen. Das Gepäck wird in der Regel bei der Einreise maschinell durch Gepäckscanner und von speziell abgerichteten Hunden untersucht. Die Missachtung der Deklarationspflicht wird mit hohen Strafen bedroht. Ist man sich bei einzelnen Dingen, die man mitbringt, nicht sicher, empfiehlt sich also jene Vorgangsweise: Man kreuzt die entsprechende Frage mit Ja an und zeigt dem Beamten der SAG, was man dabei hat. Die Maßnahmen mögen strikt und für den empfindlichen Touristen nervend sein, geben dem chilenischen Staat jedoch Recht bzw. starke Argumente: Das Land ist frei von zahlreichen Landwirtschaftsschädlingen wie der Reblaus, dem falschen Mehltau, etc.

Was darf idR eingeführt werden:

* Alkoholische Getränke in original verschlossenen Flaschen
* Lebensmittelkonserven(dosen)
* Abgekochte Fleischprodukte, mit entsprechender, in für Zöllner verständlichen Sprachen (i.e. spanisch und englisch) gehaltener Beschriftung (etwa “jamon cocinado”)
* Schokolade und andere Produkte der Lebensmittelindustrie in original verschlossener Verpackung.

Was darf idR nicht (ohne entsprechende Genehmigung) eingeführt werden:

* Obst (frische Früchte sowie Produkte in geöffneten Verpackungen)
* Gemüse (frische Früchte sowie Produkte in geöffneten Verpackungen)
* jegliche triebfähige Pflanzen oder Pflanzenteile (Samen, Knollen, Wurzeln)
* unbehandeltes Holz, v.a. Holzsouvenirs (oft problematisch: Holzschnitzereien aus tropischen Nachbarländern!)

3. Erwischt!

Nun hat man alles deklariert und glaubt alles richtig gemacht zu haben – und da: Da winkt einem der Beamte am Röntgen und zieht ausgerechnet den eigenen Koffer hervor. Schnell wird ein Apfel zutage gefördert und die grün gekleideten Beamten konfrontieren einen damit, dass man doch gerade eben im Einreisefomular erklärt habe, nichts landwirtschaftlicher Herkunft dabei zu haben. Das kann jetzt teuer werden! Die instinktive Reaktion vieler Reisender aus der nördlichen Hemisphäre ist nun ein eher ruppiges, ja was wollt ihr eigentlich, ist doch nichts dabei und ein dann immer aggressiv-verzweifelter werdendes Abstreiten. Doch gerade auf Aufregung, lauten Ton und dergleichen reagieren die sonst betont freundlichen, korrekten Offiziellen Chiles sehr allergisch. Kurzum: Will man in so einem Fall lange Verzögerungen und lähmende Gespräche und einen schlechten Start in den Urlaub vermeiden, ist Zurückhaltung angesagt. Vielmaliges Entschuldigen, beteuern, dass man den Apfel vergessen habe und freundliches Lächeln, wenn man sich von den Dörrpflaumen verabschieden muss – und im Notfall höfliches Lügen ist hier definitiv der beste Rat.

4. Ausreise

Bei der Ausreise ist der Thermodruck der PDI wieder vorzuweisen. Wenn man dieses Zettelchen während einer spannenden Reise durch Chile verloren hat, ist es an sich nicht so tragisch. Die Beamten an der Grenze akzeptieren das meist mit steinerner Miene. Jedoch aufgepasst bei Ausreise über den Flughafen Santiago: Man steht oft in einer sehr langen Warteschlange, ehe man zum kontrollierenden Beamten am Schalter vorgelassen wird. Und dort erfährt man, dass man zurück muss und sich an einem speziellen Schalter der PDI um ein Ausdrucksduplikat anstellen möge! Japs – wenn man da eine halbe oder gar ganze Stunde verliert, kann das mit dem Boarding sehr knapp werden. Die Lösung: Gleich am Eingang des Ausreisebereiches steht ein Beamter in Zivil, der an sich nur die Bordkarten kontrolliert. Diesem sofort sagen, dass man den PDI-Ausdruck verloren hat und der Mann zeigt dann gleich den direkten Weg zum entsprechenden Schalter.