Herzlich willkommen in Petrčane!

Was hat das kleine Dörfchen nördlich von Zadar zu bieten – außer ruhiger Urlaubsatmosphäre und herrlichem Blick aufs Meer? Ein paar Informationen zum Aufenthalt in Petrčane habe ich zusammengetragen. Weiteres folgt innerhalb der nächsten Tage.

Grundsätzliches

Der Ort Petrčane hat etwa 600 Einwohner und kann auf eine etwa 800jährige Geschichte zurückblicken. Das Örtchen ist rund um eine Bucht gelegen, die sich wiederum zwischen den beiden Halbinseln Punta Skala (mit der großen Anlage des Hotel Falkensteiner als weithin sichtbare Landmarke) und Punta Radman (mit dem Hotel Pinija) gelegen. Wen’s interessiert, für den gibt es hier ein paar weiterführende Infos über das Hotel Pinija.

Zu Fuß kann man diese Bucht entlang laufen und dabei Fitness und traumhaften Meerblick verbinden. 3,4 km Bewegungsmöglichkeiten mit salzhaltiger Luft warten auf Erholungssuchende.

Einkaufsmöglichkeiten im Ort

Ganz wichtig: Einkaufen. Will man nicht immer Leitungswasser durch die Gurgel jagen, hält man bald nach Einzelhändlern Ausschau. Im Ortszentrum gibt es zwei kleine Supermärktchen, namentlich einen „Konzum“ (Mo.-Fr. 7-20, So. u. Fei. 7-13) und gegenüber einen „Bakmaz“ (mit vergleichbaren Öffnungszeiten). Gleich daneben hat sich die kroatische Bäckereikette Viktor angesiedelt. Die Hotelgäste der beiden fremdenverkehrstechnischen Platzhirsche Falkensteiner und Pinija erfreuen sich an kleinen Läden direkt am Eingangsbereich der jeweiligen Hotels. Beim Pinija ist der „Market“ (Mo.-Sa. 7-21; So 7-11) der Lieferant für Drogen des Alltags (von Schokolade bis Bier). Oberhalb des Ortszentrums findet sich ein weiterer Markt – wahrscheinlich der größte, und am schlechtesten erreichbare im Ort.

Den Rest des Kaufrausches holen sich die vier Souvenirhändler ab, der erste gleich beim Eingangsbereich vom Hotel Pinija, der nächste an der Schranke gegenüber der Busstation, die anderen beiden neben dem (einzigen) Bankautomaten im Ort. Topseller sind Schwimmschuhe ab HRK 50,– (EUR 7,–; Steinstrand! Seeigel!!!) und Badehandtücher (ab HRK 80,–; ein wenig mehr als die Handtuchmiete im Hotel und man hat ein schönes Mitbringsel für Tante Agathe, die daheim ja nicht merkt, dass man das Ding schon mal benützt hat).

Fahr nicht fort, sauf im Ort!

Wenn man ein wenig spaziert, dann erreicht man nach Verlassen der Punta Radman gleich die erste Möglichkeit, Geld in Flüssigkeiten anzulegen. Jeder Kroate wird beipflichten: Schliwowitz ist eine gute Geldanlage, denn welche Bank bietet 40% für Ihr Geld!

Die erste Bar zur Linken ist die „Fratelli Beach Bar“. Die Lage ist top, die Atmosphäre unter den Pinien großartig. Das Bier ist Velebitsko, ein helles Lagerbier mit 5,1% Stammwürze aus der Umgebung; geschmacklich gewöhnungsbedürftig, aber dafür kein aalglattes Industrie-Einheitsprodukt.

Nächste Station ist im Zentrum des Ortes die „Mojito“-Bar. Auf zwei Freiluftgeschoßen gibt es für die Einheimischen, die hier zu allen Tages- und Nachtzeiten herumzuhängen scheinen, Kaffee in kleinen Tassen und für Auswärtige, die hier ebenso zu allen Tages- und Nachtzeiten herumzuhängen scheinen, Bier in großen Krügen: Ožujsko vom Fass. Der Trunk heißt zu deutsch einfach nur „Märzenbier“ (Ožujak ist der März), und kommt aus der größten heimischen Brauerei aus Zagreb. Doch Vorsicht: Will man hier vom Fasse haben, ist das entweder mittels dem kroatischen Fachausdruck „točeno“ weltgewandt zu artikulieren, oder ansonsten mit einer entsprechenden Handbewegung anzudeuten. Bestellt man nur pivo, dann kriegt man die Flasche. Mojito scheint übrigens nicht so sehr vom minzaromatisierten Rum den Namen zu haben, sondern eher von den animalischen Luftjägern, die bisweilen die Abendstunden trüben…

Raus aus Petrčane – per Bus

Verlässt man das Hotel über die Auto-Einfahrt, so erreicht man kurz hinter der Schranke ein (etwas schäbiges) graues Wartehäuschen – die Busstation. Von hier fahren Busse zu verschiedenen Destinationen:

Zadar: Mit dem öffentlichen Linienbus erreicht man in einer kurzen, etwa 20-minütigen Fahrt die Stadt Zadar. Man steigt am besten bei der Mala Pošta (der kleinen Post) aus und läuft bergab=südlich. Nach einem Block erreicht man die Fußgängerbrücke, die einen angenehmen Zutritt zur Altstadt gewährt.

Verpasst man den Ausstieg, landet man etwas östlich der Altstadt am zentralen Busbahnhof. Hier kann man (geringen?) Trost im größten Supermarkt der Stadt („Konzum“) finden.

Zurück fährt man von der Kreuzung der Straßen Ul. Radića und ul. Tuđmana. Obacht: Der Aufmerksame erkennt die Fahrziele der Busse anhand an der Windschutzscheibe angebrachter Tafeln, ein Hans-guck-in-die-Luft fährt ins Blaue…

Nin: Man erreicht die Stadt der Salinen, römischen Reste und der kleinsten Kathedrale der Welt (!) büsslings nach etwa einer Viertel Stunde Fahrt, wobei man unweit des historischen Zentrums aussteigt, welches man wiederum über eine bemerkenswerte Brücke erreicht. Weiterführende Worte zum nin-lichen Städtchen in der Umgebung findet man hier.

Der Fahrpreis beträgt manchmal HRK 9,–, manchmal 12,– (für Nin) bzw. 15,– (für Zadar) pro Person und Fahrtrichtung und ist beim Fahrer zu bezahlen.

Den aktuellen Fahrplan und einen Lageplan von Ein- und Ausstiegsstellen in Zadar finden Sie hier.

Reisende, vor allem jene, die es nach Nin zieht, möchten gewarnt sein, dass hiesige Busse sich zwar an ihren Fahrplan halten, jedoch nur sehr spärlich verkehren. So mancher Rückkehrer entstieg einem Taxi.

Stichwort Taxi

„Wir fahren mit dem Taxolyten, mit dem Taxolyten,
und zahlen tun wir nur mit Blüten..!“, beliebte ich dereinst zu dichten. Doch, o Weh, die hiesigen Mietdroschkenkutscher wollen echte Scheine sehen. Und manchmal gar nicht wenige:

Will man mit dem Taxi Zadar oder Nin erreichen, dann ist mit bis zu HRK 150,– an Fahrtkosten zu rechnen. Der Preis und die relativ lange Wartezeit von bis zu 20 Minuten erklären sich damit, dass der vom Hotel herbeigerufene Taxifahrer aus Zadar erst heranbrausen muss. Doch ist diese Möglichkeit des Verkehrs oft komfortabler und praktikabler als der öffentliche Linienverkehr.

Billiger wird es in der Regel, wenn man von Zadar nach Petrčane heimkehren möchte. Achtet man auf korrekte Verwendung des Taxometers bzw. handelt man gut, dann ist die Passage oft schon für weniger als 120,– hiesiger Liwonzen zu haben. Und Bares möchte man dabei haben. Das Zahlen der Fahrt mit Kreditkarte ist nur selten möglich.

Auf den drahtigen Eseln

Fahrräder sind im Hotel stundenweise (HRK 30,–) bzw. tageweise (um HRK 80,–) zu entlehnen. Der hierfür Zuständige ist der großgewachsene Mitarbeiter Ivan des Fitnesscenters. Bei Unauffindbarkeit desselben wende man sich an die Rezeption. Kleiner Wermutstropfen: Die Gegend ist voll netter Mountainbikestrecken. Die City-Bikes des Hotels sind mMn jedoch nicht 100%ig geländegängig.

Gemeinsam mit dem Fahrrad erhält man eine Karte der Gegend, die den Rittern der Pedale die erreichbaren Destinationen und die dafür etwa zu veranschlagende Zeit verrät. Wichtig ist die Karte vor allem zur Vermeidung der verkehrsreichen Hauptstraße, die Zadar mit Nin und weiteren Orten verbindet, obwohl gerade diese mit einem nahezu durchgehenden Fahrradweg ausgestattet ist.

Alternativen Fahrradverleih hat Petrčane leider nicht zu bieten. Wohl aber Zadar. Echte Mountainbiker finden mehr Infos dort.

Eine recht nette Tour ist (unter der möglichst vollständigen) Vermeidung der Hauptstraße die Fahrt über Nin und Privlaka nach Vir (eine nordwestlich vorgelagerte und brücklings erreichbare Insel). Der gleichnamige Ort hat einen herrlichen Strand und einen beim Friedhof gelegenen Aussichtspunkt (genannt Barbinjak) auf 116 m Seehöhe, der einen fantastischen Panoramablick auf die ganze Gegend gewährt. Detailreiche Informationen mit genauen Hinweisen auf zu erwartende Landmarken gibt es hier zu finden.

Zu Fuß

Nach Zadar: Steht man am Felsenstrand des Hotels Pinija, dem Meere zugewandt, so entdeckt man an der umzäunten Grenze des Halbinselgrundstückes eine Gartentür und dahinter einen fortführenden Weg. Diesem folgend kann man in einer etwa zweistündigen Wanderung Zadar erreichen. Man hält sich dabei größtenteils entlang des Meeres, passiert dabei die seewärts gelagerten Ortsteile der Nachbarortschaften (Košino und Diklo) und erreicht mit der kleinen Marina die ersten städtischen Ausläufer. Ein wenig Vorsicht ist geboten: Einerseits gibt es Stellen, die unbedingt festes Schuhwerk einfordern, andererseits hilft dem Wanderer keine Wegmarkierung. Und am Schlimmsten: Verlässt einen unterwegs der Mut, gibt es nur vor oder zurück. Kein Bus passiert die gleiche Route, den man nötigenfalls besteigen könnte, und kaum Autos. Die Wagemutigen werden jedoch mit einem erquicklichen Spaziergang durch ruhige Umgebung und mit herrlichem Meerblick belohnt.

Sonstige Ziele: Steigt man hinan zur Kirche, erreicht man hinter derselben bald aussichtsschwangere Höhen, mit Wein- und Olivenhainen verziert. Das Wandern dort wird toleriert, doch helfen keine Wegweiser dem Irrenden. Hat man wirklich einmal seinen Weg verloren, dann gilt die Faustregel: Bergab bzw. in Richtung Meer führt in der Regel zum Ort zurück.

Nin erreichen lediglich gestählte Marschierer auf Schusters Rappen, und dann nur beschwerlich über Umwege durch wenig einladende Landstriche. Die denkbar attraktivste Route entlang der Küste in nördlicher Richtung wird dem Wanderer bald durch den Zaun eines ehemaligen militärischen Sperrgebietes verwehrt.

Der nächstliegende Spaziergang entlang der Küste des Ortes führt über das offen zugängliche Gebiet des Falkensteiner Ressorts bis zu obgenanntem Zaun. Kehrt man dort nicht (in die dortigen Strandcafés) ein, sondern um, dann hat man, dereinst zurückgekehrt, eine Wanderung von etwa sechs Kilometern hinter sich gebracht.

Gegenüber der Haupteinfahrt des Falkensteiner bemerkt man jedoch eine Forststraße, die in einen umzäunten Bereich hineinführt. Diese führt mehrere Kilometer grob geschottert und relativ schnurgerade durch den Wald, ehe sich die verwahrlosten Ruinen des ehemaligen Sperrgebietes offenbaren. Dahinter befinden sich bereits die Ausläufer des Nachbarortes Zaton.

Achja, und wenn man da so sitzt und auf den Kanal von Zadar hinausschaut, dann hilft alles nichts. Dann muss man auch den schmalzigen 80iger-Song von Tomislav Ivčić dazu hören…

 

Und das letzte Wort hat Petrus

Das ist die aktuelle Wetterprognose für Petrčane: